Geschreibsl-Archiv

Montag, 9. April 2012

Wie soll es auch anders sein !

Wieder einmal sitze ich vor einem völlig unbeschriebenem, demnach vor einem völlig weißem  Blatt Papier auf dem ich anscheinend die Schriftfarbe Weiß eingestellt habe. Aber je länger ich das weiße Blatt mit meinen müden Augen fixiere, je deutlicher zeichnen sich von mir undefinierbare Fragmente von geschriebenem ab.

Verhasste Gedanken befehlen mir,  die Buchstaben so aneinander zu reihen, dass sich Wörter daraus bilden, die zusammengestellt einen Satz ergeben könnten,  aber  immer wieder zieht es einen Finger der rechten Hand , wie von Geisterhand geführt,  auf die von mir so verhasste „Enf-Taste“.  Zeile für Zeile, Satz für Satz, Seite für Seite verschwindet so in  Reich des Nichts, verschwindet im Reich der Dunkelheit die beherrscht und mit eisener Hand regiert wird vom König der Buchstabenfresser. Ich vermag nicht sagen wie viele Seiten ich schon den dämonisch daherkommenden Buchstabenfressern geopfert habe; das spielt auch keine Rolle mehr, verfüttert ist verfüttert.   Doch meiner Ansicht nach sollte seine Königliche Hoheit langsam daran denken, seinen Untertanen zu erklären, dass sie etwas kürzer zu treten haben, um nicht eines Tages an den verschlungenen Buchstaben zu ersticken, oder gar vor Gier und Raffsucht zu platzen; wobei mir ganz persönlich das zweite lieber wäre.

Nichts würde meine rechte Hand mehr in Richtung Enf-Taste ziehen, mich zwingen geschriebenes den Buchstabenfressern in den Rachen zu werfen, sie zu futtern mit geistigem Strandgut der sich Tag für Tag am Strand des Lebens aufhäuft.

Egal wie hoch sich der Berg des geistigen Strandguts auch auftürmt,  ich werde stehst  versuchen ihn auf ein Maß der Erträglichkeit abzutragen, werde Buchstaben so aneinanderreihen, das sich dadurch Wörter bilden können und die Möglichkeit besteht , auf einem völlig weißem  Blatt Papier auf dem ich anscheinend die Schriftfarbe Weiß eingestellt habe sich undefinierbare Fragmente von geschriebenem abbilden.

Zur Hölle mit den Buchstabenfressern!


Das ist und bleibt mein ganz persönliches Strandgut!
© ( 2009 ) RalfWerSonst

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Mein persönlicher Wunsch

Mein persönlicher Wunsch ist nicht groß
mein ganz eigener, persönlicher Wunsche kostet auch nicht viel
und doch ist er mit keinem Geld der Welt zu bezahlen
er lässt sich mit Tonnen an Papier auch nicht verpacken
keine Abgabestelle würde und könnte ihn annehmen
weil keiner vermag ihn jemals zu tragen.

Was ich mir wünsche ist Zeit:



Zeit; all das schöne im Leben genießen zu dürfen
Zeit; zu lachen wo es nichts zu lachen gibt
Zeit; zu träumen wo es nichts zu träumen gibt
Zeit; um den Menschen die mir nahe stehen,
die ihren festen Platz in meinem Herzen haben,
zu zeigen und sie fühlen zu lassen was sie mir bedeuten.

Ich wünsche mir  Zeit:

Zeit;  um Freundschaften zu pflegen die mir sehr wichtig sind
Zeit; um zu zeigen „ich bin für dich da wenn du mich brauchst“
Zeit; auch dann da zu sein wenn man nicht gebraucht wird
Zeit; um die Melodie eines Herzens leise ins Ohr zu summen wenn sie mal vergessen wird
Zeit; um jemanden an der Hand zu halten; aber seine Seele berühren zu dürfen
Zeit; sich schweigend gegenüber zu sitzen und dennoch das Gefühl zu haben verstanden worden zu sein

Samstag, 10. Dezember 2011

Gewissheit

Wo Worte fehlen, das Unbegreifliche zu beschreiben,

das Unabwendbare zu sehen,

wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,

bleibt einzig die Gewissheit,

dass du immer im Herzen anderer weiter Leben wirst.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Prügelnde Gedanken

Immer mal wieder überfallen sie mich, prügeln auf mich ein, knübbeln mich nieder.
Sie tauchen auf in der kalten Jahreszeit, sie lassen mich zitternd frieren bei warmen 23°.
Völlig sinnlos verloren die Tage, erfrierend und eiskalte Gedanken, die Seele zitternd.
Prügelnde Gedanken an eine Zeit die vergangen, nur schwach sichtbar weit hinter mir.
Eine Zeit an der nichts zu sein scheint und dennoch alles war.
Freundschaften geschlossen mit  Alkohol und seinem Freund dem Marokkaner.
Freundschaft geschlossen um zu fühlen dass man lebt, um zu überleben in kalten Nächten.
Tag für Tag die gleichen Freunde, immer herzlich willkommen unter meiner Brücke; rechts.
Alkohol um zu vergessen, seinen Freund um zu fliegen wohin er mich auch tragen mag.
Einfach fliegen, wenn es sein muss bis ans Ende der Welt, immer dem Licht entgegen.
Um einmal mehr Wert zu sein als der Spruchwörtliche Dreck unterm Fingernagel.

Zu zeigen, dass ich doch was kann; und wenn es nichts ist

Sonntag, 30. Oktober 2011

Der ominöse Brief

Seit ca. 5 Wochen ist er da, ein Brief, auf den ich schon lange gewartet habe und den ich bis Mittwoch in der Nacht nicht getraute habe zu öffnen.
Ein Umschlag in unschuldigem Weiß gehalten mit einem kleinen Sichtfenster in dem meine Name und meine Adresse zu lesen ist. Große schwarze Buchstaben, die rechts neben dem Sichtfenster das Wort bilden
„WICHTIG, UNBEDINGT GLEICH ÖFFNEN“.
Der Absender des ominösen Briefes ist mir gut bekannt aber ich hatte ihn wohlwissend nur aus dem Briefkasten genommen um ihn in der Ablage „Unwichtig; hat noch Zeit“ abzulegen.
Meine Ablage „Unwichtig; hat noch Zeit“ ist gleichzusetzten mit „Will ich jetzt nicht Wissen, nicht jetzt“.
Aber wie es eben so ist, muss man sich an Dinge heranwagen die wohlwissend nichts Gutes zu bedeuten haben. Also hab ich den Brief morgens um 1 Uhr nach der Arbeit geöffnet und den Tatsachen ins Auge geschaut, ob ich es nun wollte oder nicht. Irgendwie haben mich die Zeilen dennoch nicht verwundert die ich zu lesen hatte, denn bewusst oder auch unbewusst war mir klar dass es so ist.
Ich sollte so schnell wie möglich einen Termin bei meinem Arzt ausmachen um weiteres zu besprechen, ich hatte ihn dann am darauffolgenden Tag angerufen;  das ganze klingt fast wie in einem Märchen, ich bekam sofort einen Termin und das schon eine Stunde nach meinem Anruf.
Das Gespräch mit dem Arzt meines Vertrauens war sehr lange, gefühlt waren es so 5 Stunden, gedauert aber nur eine Stunde. In nur einer Stunde bekam ich gesagt, dass man meine Medikamente neu einstellen muss, dass sich der Zustand des ZNS verschlechtert hat und dass man eventuell auf ein anderes, stärkeres, Medikament zugreifen muss.
Auf meine Frage,  inwieweit sich der Zustand verschlechtert hat, sozusagen ausgedrückt in einer Prozentzahl im Vergleich zur letzten CT?
Bekam ich zur Antwort: das kann man pauschal nicht sagen, aber was man sagen kann ist, dass es sich sichtlich verschlechtert hat.
Damit kann ich nichts anfangen, ich will doch einfach nur wissen wie es weiter geht und wo es enden wird.
Die Antwort von meinem Doc war eh klar, aber wenigstens wollt ich die Frege gestellt haben !
Das kann keiner sagen inwieweit sich die Veränderungen im ZNS bemerkbar machen, wo es enden wird.
Das sind doch schöne Aussichten!!!!

Magie

Die Magie, die ein einziger Tag zu versprühen vermag
Sie trägt dich durch die Lüfte
Sie lässt dich schweben fliegen
Zart und sanft wie eine Feder
Lässt dir die Freiheit zu fliegen wohin du auch magst


Die Magie, die ein einziger Tag zu versprühen vermag
Sie zeigt dir Orte, an denen du noch niemals warst
Ist dir stets ein treuer Begleitet auf all deinen Wegen
Umhüllt dich mit Geborgenheit erwärmt die Seele
Gibt dir den halt zu schweben und nicht zu fallen


Die Magie, die ein einziger Tag zu versprühen vermag
Ist die Magie, die ich brauche Tag für Tag
Um frei und ungezwungen zu schweben
Einfach nur um mein Leben zu leben
Zu wissen, Magie umhüllt mich sanft und lässt mich fliegen

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Das Leben

Das Leben ist wie ein Buch
jede Seite ein Unikat
Tag um Tag erscheint ein neues Blatt
es wartet nur darauf beschrieben zu werden
gefüllt mit Zeilen die nur das Leben vermag so zu schreiben

Manche erscheint dir eines Tages bitter und kalt
gehalten sind sie nur Grau in Grau
doch viele Seiten sind lustig bunt
gemalt in Seelenfarben aller Art
was im Leben einst mal so geschah

Blätter mit zerschlissenen Rändern wird es geben
Kummer, Trauer und viel anderes ist darin zu lesen
Schmerzhaft wird sein so manche Zeile
Wunden zu sehen die schon fast verheilt
was bleibt ist ne Narbe erteilt hat sie dir das Leben

Gib acht auf dein ganz eigenes Buch
der Einband besteht aus deiner Seele
jede Seite ist dein ganz eigenes Unikat
viele Seiten und Blätter wird es noch geben
gefüllt mit Zeilen aus deinem Leben

Montag, 15. August 2011

Drei Sekunden

Ich schenke dir drei Sekunden meines Lebens,
die erste ist vorbei
die dritte ist vor uns
und in der zweiten, da lebe ich

Ich schenke dir mein Herz,
geh behutsam damit um
verletze es nicht
denn ich habe nur eins

Ich schenke dir meine Seele,
belese sie Wort für Wort
aber entlese sie niemals
hör ihr stummes Schreien

Ich schenke dir mein Innerstes,
durchwühl es bis zum letzten Winkel
aber bitte hinterlasse keine Unordnung
räum alles wieder auf

Ich schenke dir drei Sekunden meines Lebens,
die erste ist vorbei
die dritte ist vor uns
und in der zweiten, da lebe ich

Samstag, 4. Juni 2011

keiner

Seit eigener Zeit versuche ich Sie zu belesen, meine Seele zu belesen, zu mir selbst zu finden um die Gedanken, die ich so nicht haben will, nur ansatzweise zu verstehen. Doch ist es für mich ein gar sinnloses Unterfangen, sinnlos aus dem einfachen Grund, weil ich mich Seelenlos fühle, eine gefühlte leere Hülle, nur mit der Daseinsberechtigung, ihren Zweck zu erfüllen.



Gäbe es da nicht die gelegentlichen Schübe, würde ich vermutlich nicht mal die Leere fühlen die mich umgibt, eine leere Hülle die versucht mein Inneres zusammenzuhalten. Also bin ich dankbar, dankbar den Schüben gegenüber, weil sie mich wenigstens etwas fühlen lassen, mich fühlen lassen, dass da etwas ist, auch wenn es nicht viel zu sein scheint, etwas muss da ja sein.
Warum alles so ist wie es ist, vermag ich nicht zu sagen, aber eines weiß ich, es ist ein beschissenes Gefühl.



Dann gibt es noch die andere Seite, eine Seite voller Musik im Herzen, die aber von keinem anderen als von mir selbst gehört wird. So sehr ich auch versuche diese Melodie nach außen dringen zu lassen; es gelingt mir einfach nicht und jeder neue Versuch lässt die Melodie schwächer werden bis sie nur noch sehr leise und geschwächt zu vernehmen ist.


Was mir aber immer bleibt, egal was auch noch kommen mag, das ist die Flucht zu meinen Gedanken und zu der leisen Melodie die in der leeren Hülle wiederhallt.

Dienstag, 29. März 2011

Kleine Engel


Ein ungeborenes Kind im Gespräch mit Gott…

Es war einmal ein Kind, das bereit war, zur Welt zu kommen.

Eines Tages fragte das Kind Gott,
„Mir wurde gesagt, dass Du mich morgen auf die Erde schicken willst, aber wie kann ich dort leben, so klein und hilflos wie ich bin?“

Gott antwortete,
„Unter den vielen Engeln hab ich einen für Dich ausgesucht. Er wird auf Dich warten und auf Dich aufpassen.“

"Aber“, sagte das Kind.
„Hier im Himmel tue ich nichts anderes als singen und lachen das ist das was ich brauche um glücklich zu sein!“

Gott sagte:
„Dein Engel wird jeden Tag für Dich singen. Und Du wirst die Liebe Deines Engels fühlen und glücklich sein.“

„Und….“, sagte das Kind,
wie wird es möglich sein, die Leute zu verstehen wenn sie mit mir sprechen, wenn ich die Sprache nicht kenne, die sie sprechen?“

„Das ist leicht“, sagte Gott.
„Dein Engel wird Dir die schönsten und herzigsten Worte sagen, die Du je hören wirst und mit viel Geduld und Sorge, wird Dein Engel Dich das Sprechen lehren.“

Zu Gott aufschauend sagte das Kind:
„Und was mach ich wenn ich mit Dir sprechen will?“

Das Kind anlächelnd sagte Gott:
„Dein Engel wird Dir Deine Hände falten und dich Beten lehren.“

Das Kind sagte:
„Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt. „Wer wird mich schützen?“

Gott legte seinen Arm um das Kind und sagte:
"Dein Engel wird Dich verteidigen – selbst wenn er sein Leben riskieren muss!“

Das Kind schaute betrübt und sagte:
„Aber ich werde immer traurig sein, weil ich Dich nicht mehr sehen werde.“

Gott umarmte das Kind:
„Dein Engel wird immer mit Dir über mich sprechen und er wird Dir den Weg zurück zu mir zeigen, obwohl ich immer in Deiner Nähe sein werde.“

In diesem Moment war viel Frieden im Himmel, aber Stimmen von der Erde konnten schon gehört werden.

In Eile fragte das Kind mit weicher Stimme:

„Oh Gott, ich gehe jetzt gleich weg, sage mir bitte den Namen meines Engels!“

Gott antwortete:

„Der Name Deines Engels ist nicht wichtig, nenne ihn einfach


„MAMA!“


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