Wieder einmal sitze ich vor einem völlig unbeschriebenem, demnach vor einem völlig weißem Blatt Papier auf dem ich anscheinend die Schriftfarbe Weiß eingestellt habe. Aber je länger ich das weiße Blatt mit meinen müden Augen fixiere, je deutlicher zeichnen sich von mir undefinierbare Fragmente von geschriebenem ab.
Verhasste Gedanken befehlen mir, die Buchstaben so aneinander zu reihen, dass sich Wörter daraus bilden, die zusammengestellt einen Satz ergeben könnten, aber immer wieder zieht es einen Finger der rechten Hand , wie von Geisterhand geführt, auf die von mir so verhasste „Enf-Taste“. Zeile für Zeile, Satz für Satz, Seite für Seite verschwindet so in Reich des Nichts, verschwindet im Reich der Dunkelheit die beherrscht und mit eisener Hand regiert wird vom König der Buchstabenfresser. Ich vermag nicht sagen wie viele Seiten ich schon den dämonisch daherkommenden Buchstabenfressern geopfert habe; das spielt auch keine Rolle mehr, verfüttert ist verfüttert. Doch meiner Ansicht nach sollte seine Königliche Hoheit langsam daran denken, seinen Untertanen zu erklären, dass sie etwas kürzer zu treten haben, um nicht eines Tages an den verschlungenen Buchstaben zu ersticken, oder gar vor Gier und Raffsucht zu platzen; wobei mir ganz persönlich das zweite lieber wäre.
Nichts würde meine rechte Hand mehr in Richtung Enf-Taste ziehen, mich zwingen geschriebenes den Buchstabenfressern in den Rachen zu werfen, sie zu futtern mit geistigem Strandgut der sich Tag für Tag am Strand des Lebens aufhäuft.
Egal wie hoch sich der Berg des geistigen Strandguts auch auftürmt, ich werde stehst versuchen ihn auf ein Maß der Erträglichkeit abzutragen, werde Buchstaben so aneinanderreihen, das sich dadurch Wörter bilden können und die Möglichkeit besteht , auf einem völlig weißem Blatt Papier auf dem ich anscheinend die Schriftfarbe Weiß eingestellt habe sich undefinierbare Fragmente von geschriebenem abbilden.
Zur Hölle mit den Buchstabenfressern!
Das ist und bleibt mein ganz persönliches Strandgut!
© ( 2009 ) RalfWerSonst